Barney
(M)ein Lebensabschnittsbegleiter zieht weiter

Hallo, ich freue mich, das du hier bist. Ich habe diese Seite gebaut um allen, die Barney kannten, nochmal die Chance zu geben, ihn zu sehen und zu erleben, so wie ich ihn in den fast 17 Jahren meines Lebens erlebt habe.

In dieser Zeit sind hunderte von Bildern entstanden und es fiel mir nicht gerade leicht, zu entscheiden, welche Bilder und Videos hier zu sehen sein sollen, denn für mich sind sie alle wertvolle Erinnerungen an meinen treuen Begleiter.

Für alle, die mehr über sein Leben erfahren wollen, habe ich hier noch eine kleine Zusammenfassung mit den wichtigsten Ereignissen in seinem Leben erstellt.

Für die anderen geht es hier zur Bildergalerie.

Ach ja, eins noch, es sind viele Bilder, also macht es mit 3G keinen Spass.

Das Tierheim

Barney wurde, nach groben Schätzungen des Bamberger Tierheims, im Oktober 2003 in der damaligen Bamberger US-Kaserne geboren.

mögliche Eltern

Als Produkt einer Liasion zwischen einem altdeutschen Schäferhund und einem Chow-Chow, war er sehr wahrscheinlich nicht sonderlich erwünscht. Denn er wurde zurückgelassen, als die Hundebesitzer das Land verliessen. Und so landete er schließlich an einem Montag im Tierheim in Bamberg.

Innerhalb dieser Zeit haben Kathrin und ich beschlossen uns einen Hund anzuschaffen und begannen mit unserer Suche nach einem passen Expemplar. Zwei Wochen vor seiner Ankunft hatten wir uns einige Welpen im Bamberger Tierheim angeschaut. Diese kleinen Schäferhund-Collie-Mixe waren aber auf späterer Nachfrage bereits auf Probe vermittelt. Aber wir sollten doch in einer Woche nochmal anrufen, vielleicht kommt ja einer wieder zurück, wurde uns mitgeteilt. Ich rief also nach besagter Woche an und natürlich wurde keiner von den Welpen wieder zurückgegeben. Sie hätten aber gerade einen Chow-Chow Mix reinbekommen und das wäre der süsseste Welpe im ganzen Tierheim, schwärmte die Betreuerin. Ich fuhr also, an einem Mittwoch hin, um mir Cello, so hieß er im Tierheim, mal anzuschauen. Ich war hin und hergerissen, von dem flauschigen, scheuen Ding, das sich unter dem Tisch versteckte.  Am darauffolgenden Samstag gingen wir dann gemeinsam zur Besichtigung. Für Kathrin war es sofort klar und von da an, hatte er ein neues Zuhause.

Schicker Hund - was jetzt?

Bring Ihnen in den ersten Jahren das bei, was sie im Leben machen sollen, so ähnlich lautete die Devise versch. Hunderatgeber. Also trainierten wir zusammen die tägl. Abläufe. Dazu kam noch sein Trauma. Jeder Hund aus dem Tierheim hat eines, selbst wenn er vorher noch keines hatte, spätestens, wenn er drin ist, wird er eines bekommen. Bei Barney war es das Verlassen-werden-Trauma. Jeden Tag, wenn Kathrin zur Arbeit ging, fing er unruhig an fiepen und herumzurennen. Ich konnte ihn nur dadurch besänftigen, indem ich mich auf die Couch legte, die neben seinem Schlafplatz war.

Mein Atmen hat ihn immer wieder beruhigt, so das er solange weiterschlief, bis ich ins Homeoffice ging. Diese und andere Rituale schlichen sich langsam in unser Leben und mittlerweile glaube ich, das er diese Ratgeber damals auch gelesen hat, denn diese Erziehung geschah auf beiden Seiten.

Dieses o.g. Trauma hatte auch noch extreme Auswirkungen auf Schuhwerk und Inneneinrichtung. Denn wir konnten ihn nicht alleine daheim lassen, ohne danach in eine geordnete Wohnung zurückzukehren. Anfangs waren es noch Hausschuhe (meistens meine) die sorgfältig zerlegt und verstreut waren, später kam die Wohnzimmereinrichtung dran. Angebissene Tische und zerbissene Holzfotorahmen waren die Highlights. Das Ganze durchsetzt von heftigen Wehklagen, welches zu Missmut bei den daheimgebliebenen Mitbewohnern sorgte.

Wir stellten also fest, das es besser ist, ihn mitzunehmen, als daheim zu lassen und das genoß er sichtlich. Ich hatte den Eindruck, je mehr Leute, desto besser und wenn Kinder dabei waren, die ihn ausdauernd durchkraulten, war es perfekt.

Die Benimmschule

Die Welpenschule war eine Herausforderung, wenngleich wir mit Elke eine sehr gute Ausbilderin hatten, waren die Dackel und ähnliche Kleinwüchse nicht wirklich als Spielkameraden tauglich. Hier glänzte er immer in den Übungen und war äusserst gelehrig, im Gegensatz zu Zuhause. Da wollte er die Übungen selten ausführen und war eher stur, eben ganz der Chow-Chow. Schon damals hab ich gemerkt, das er clever genug war, zu erkennen, wann es angebracht war zu gehorchen und wann nicht.

Dort traf er dann auch seine große Liebe, Aqila die weiße Labrartorin, hatte es ihm angetan. Mit keinem Hund hatte er später nochmal so eine Innigkeit, wie mit ihr. Wir trafen uns später noch öfter zum Gassi, verloren uns aber aus den Augen. Jahre später haben wir uns zufällig in Coburg getroffen und ich habe meinen Hund bis dato noch nie so euphorisch erlebt, wenn es um einen anderen Hund ging. Sie wohl doch die Eine.

Der Unfall

Er wuchs zwar mit Katzen auf und ging mit Ihnen ziemlich entspannt um, jagte sie aber trotzdem draussen gerne vom Hof. Besonders die Katzen, die nicht zu uns gehörten. Dieses Verhalten führte leider dazu, das er mit 2,5 Jahren eine heftige Kollision mit einem VW-Bus hatte. Nach einigen, schnellen Not-OPs bei Tierarzt Dr. Beck war er erstmal für einige Wochen nicht besonders gehfähig. Aber in jungen Jahren hat der Körper noch genug Kraft, um vieles wieder zu stabilisieren und  somit konnte er die Verletzung noch viele Jahre kompensieren. Allerdings sollte es bei dieser Einschränkung nicht bleiben.

Dog and the City

Nach meiner Landflucht musste sich Barney erstmal an das Stadtleben lange Zeit gewöhnen. Die ständigen Geruchseindrücke von anderen Hunden, war er vom Land nicht gewohnt.

Dementsprechend stieg die Herausforderung der Leinenführigkeit, mit der schon vorher nicht weit her war, nochmal um einiges. Das alles natürlich sehr zu Lasten meines Bewegungsapparats, der regelmäßig durch die ruckartigen Bewegungen ordentlich durchgeschüttelt wurde. Nichtdestotrotz haben wir viele wunderbare Jahre in Bamberg verbracht und nicht nur die Einheimischen waren von ihm angetan. Besonders  die Touristen, explizt, die asiatischen waren begeistert. Dabei war ich mir nie richtig sicher, ob sie ihn süss oder lecker fanden. Wer weiß auf wievielen Portalen er mittlerweile als Urlaubsfoto zu finden ist. Selbst in seinen letzten Monaten, stand er noch Model für div. Touristenfamilien. Er war wohl einer der schönsten Hunde Bambergs und hat bis zum Schluß nichts von seinem Charme eingebüßt. Ja ich weiß, das sagt jeder von seinem Hund, aber wer kann schon von seinem Hund behaupten, das ein Straßenkünstler ihn unbedingt malen wollte.

Die Natur

Wie jeder Hund, liebte er es draussen zu sein und die freie Wildbahn, war sein Traum. Er begleitete mich fast überall hin, somit kam er weit herum in Deutschland und der näheren Umgebung. Im Gegensatz zu mir, fand er allerdings jedes Wetter gut. Seine Vorliebe war Holz in verschiedenen Ausführungen und am liebsten da, wo es nicht leicht zu transportieren war.

Barney und die Anderen

Wir hatten in den vielen Jahren mit vielen anderen Getier Kontakt. Schafe waren seine erklärten Lieblingsfeinde. Diese hatten sich nämlich schändlicherweise oft hinter einem Weidezaun versteckt, der sehr unangenehme Stromstösse abgab. Trotzdem wurden sie jedesmal erbarmungslos „angegriffen“. Rufen half da nix, ich konnte immer nur warten bis es jault. Witzigerweise gab es in der Nähe der Altenburg ein Wiese, auf der zwei lebensgroße Schafe aus Holz permanent weideten. Was soll ich sagen, er ist jedesmal darauf hereingefallen und ist, wie angestochen, auf die Schafe bellend zugerannt. Erst als er 2 Meter entfernt war und die Viecher sich einfach nicht bewegt haben, hat er die Bremse reingehauen. Wir hatten jedesmal viel Spass.

Kühe waren ihm nicht geheuer, die hatten viel größere Zungen als er. Und Eichhörnchen, naja was soll ich da noch sagen, dicke Mäuse eben.

Ansonsten hatte er sich mit vielen vierbeinigen Mitbewohnern arrangiert. Selbst Katzen, die hundescheu waren, entspannten sich in seiner Gegenwart irgendwann. Die Hundemädels, besonders Bella, der Hund meiner Mutter, waren meist hin und weg von ihm. Ok, es gab auch viele Hündinnen, die ihn gleich rund gemacht haben, aber da war immer Gentleman und hat sich zurückgezogen.

Mal ein Auge zudrücken

RoboDog

2016 hat dann nochmal das Schicksal zugeschlagen. Es bildete sich in seinem linken Auge ein rotes Gerinsel. Wir hatten es erst gar nicht bemerkt. Später haben wir dann mit allen möglichen Mitteln versucht dieses Gerinsel zu beinflussen, leider ohne Erfolg. Es wuchs weiter. Durch eine Gassi-Kollegin wurde ich dann auf eine Tieraugenklink in Nürnberg aufmerksam. Die Diagnose: Ein Tumor und er muss operiert werden.

Das wurde dann auch gemacht und es sah anfangs ganz gut aus. Leider veränderte sich während des Heilungsprozesses der Augendruck so massiv, das der Sehnerv dabei abgeklemmt wurde. Da ich nicht jeden Tag nach Nürnberg zur Inspektion fahren konnte, wurde das zu spät bemerkt und somit der Sehnerv ir­re­pa­ra­bel beschädigt. Die Folge war eine weitere Operation, um das kaputte Auge zu entfernen. Auch wenn es nicht schön aussah, hat es ihm zumindest weitere, mögliche Schmerzen erspart.

Es dauerte natürlich, bis er sich an diesen Zustand gewöhnte. Das räumliche Sehen war weg und ein großer toter Winkel war da, der öfter mal zu Kollisionen und ungewollten Kopfnüssen führte.

Die letzten Jahre

Seine letzten Jahre durfte er entspannt in seinem Altersruhesitz auf dem Land verbringen. Auch hier mussten wir uns erst wieder mit spazierenden Hunden verständigen. Das war aber, im Vergleich zu Bamberg, extrem übersichtlich. Mit fortlaufenden Alter ließen auch die Sinne mehr und mehr nach. Die letzten 2 Jahre reagierte er nur noch sehr selten auf Geräusche und „erschrak“ immer öfter, wenn plötzlich jemand neben ihm stand. Das Ganze hatte aber auch sein Gutes, denn je weniger er mit bekam, desto entspannter konnten wir mit ihm in der Gegend herumlaufen, die von Wildgetier nur so wimmelt. Er konnte den Hasen oft nicht sehen und hören, selbst wenn dieser 2 Meter vor ihm aus dem Unterholz hervorrannte. Aber gerochen hat er ihn danach immer.

Der Abschied

Ab April 2020 fiel es ihm dann immer schwerer sich nachts zu orentieren, denn im anderen Auge hatte sich schon seit langem ein Star eingenistet. Auch die täglichen Abläufe fielen ihm immer schwerer. Die Schlafzeiten wurden länger. Die Treppengänge wurden zu einer täglichen Jonglage und seine Kraft ließ sichtlich nach. Deshalb nutzten wir jedes schöne Wetter aus, um ihn tagsüber im Garten liegen zu lassen, so musste er nicht ständig Treppen steigen und ihm war es egal, wo er schlief.

Ab diesem Zeitpunkt wurde uns klar, das der Tag näher rückt. Trotzdem wollte er immer noch jeden Tag seine Gänge machen und sein Revier abchecken.

Da er tagsüber fast dauernd schlief, wurde er nachts natürlich öfter wach. Bei den nächtlichen Trinkgängen musste er jetzt begleitet werden. Es waren extrem unruhige, kräftezehrende Nächte in den letzten 2 Monaten. Wir haben keine Nacht mehr durchgeschlafen.

In der letzten Juni-Woche hatte er nochmal Auftrieb und wir dachten, das sich vielleicht doch noch was ändern würde. Doch es wurde schnell klar, das es nur noch ein letztes Aufraffen seiner Kräfte war.

Der 1. Juli war ein Sommertag wie im Bilderbuch. Es war warm und trocken und wir hatten uns mit Barney zusammen in den Garten gelegt. Er schlief zwischen meinen Beinen, so wie er es als Welpe schon immer gern getan hat. Es gab nochmal leckere, rohe Hackfleisch Häppchen und zum Schluß ein Stück Schokolade. Als die Tierärztin kam, ging alles sehr entspannt ab. Er schaute nur nochmal kurz hoch, als sie den Zugang legte. Dann schlief er wieder friedlich ein und ging.

und jetzt?

Barney hat mich fast 17 Jahre durch’s Leben begleitet. Das ist eine lange Zeit und ich bin dankbar für jede Minute, die er bei mir war. Ich bereue aber auch keine Minute, in der er nicht da war. Das klingt komisch, ist aber genau die Art von Frieden, die er mir beigebracht hat.

Begrüße den Menschen freudig, der die Kofferraumtür auffmacht, auch wenn er dich vorher für Stunden eingesperrt hat.

Er hat mir gezeigt, was es heisst im Hier und Jetzt zu leben und nicht alles gleich persönlich zu nehmen. Das war ein harter Weg, aber wir sind ihn gegangen. Jetzt heisst es für mich, ohne ihn weiterzugehen, aber ich gehe nicht allein, denn er hat mir den Menschen in mein Leben gebracht, mit dem ich den Weg gemeinsam weitergehen kann.

Für mich wird es nie wieder so einen Hund geben und es wird ihn auch nicht mehr geben müssen, denn er hinterließ keine leere Stelle, sondern eine Fülle in meinem Herzen.

Ich bin dann mal weg, machts gut und danke für das viele Futter 😉

War schön hier, ich bin dann mal weg
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